Walter Benjamin: Seine bekanntesten Werke

Die Schriften, die Walter Benjamin in seinem Leben veröffentlicht hat, sind zahlreich. Er hat sowohl wissenschaftliche Texte wie seine Doktorarbeit, also Texte zur Kunst- und Kulturkritik geschrieben, als auch Essays, Kommentare, Vorträge, Lexikonartikel und Aufsätze verfasst. Zudem schrieb er unzählige Kritiken, Rezensionen, Übersetzungen, Glossen, aber auch autobiographische Werke. Einige der berühmtesten und wichtigsten Schriften von ihm sind hier aufgeführt.

  •      1920: „Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik“

Hierbei handelt es sich um Benjamins erste Publikation und gleichzeitig seine Dissertation. Er selbst hat darüber gesagt, dass diese Schrift die „in der Literatur unbekannte wahre Natur der Romantik“ beschreibt. Mit dieser Epoche hat der Autor sich in seiner Doktorarbeit detailliert auseinandergesetzt. Wer sich mit Kunst, Kunstgeschichte oder Kunsttheorie, aber auch mit deutscher Literatur oder Philosophie beschäftigt, sollte dieses Werk unbedingt einmal gelesen haben.

  •      1927: Das Passagen-Werk

Dieses umfassende Werk, an dem Walter Benjamin seit 1927 gearbeitet hat, wurde bis zu seinem Tod im Jahre 1940 nicht fertiggestellt und bleibt unvollendet. Das Werk ist riesig und besteht aus mehreren tausend Notizen und Zitaten – es ist eine enorm bedeutende Sammlung in der deutschen Literaturlandschaft. Eine kurze Inhaltsangabe wird dem Umfang kaum gerecht, doch im Grunde beschreibt Benjamin eine Geschichtsphilosophie, die unter anderem auch Bezüge aus früheren Werken mit aufnimmt. Zur Sprache kommen gesellschaftliche, kulturelle, theologische, philosophische, als auch historische Aspekte.

  •      1928: „Ursprung des deutschen Trauerspiels“

Eigentlich war dieses Werk als Habilitationsschrift gedacht, wurde jedoch von der Uni Frankfurt abgelehnt und erst später veröffentlicht. In dieser Schrift zeigt Benjamin seine philosophische Seite. Er analysiert – wie der Titel vermuten lässt – deutsche Trauerspiele des 17. Jahrhunderts und beschäftigt sich mit den Grenzen zwischen Tragödie und Trauerspiel sowie der Allegorie, die im Trauerspiel eine nennenswerte Funktion einnimmt. Das Werk ist recht komplex und verlangt einiges an Konzentration und Wissen um Fachbegriffe des Themenbereiches, um den Faden verfolgen zu können, den der Kulturkritiker in seiner Schrift gesponnen hat.

  •      1932: „Berliner Kindheit um Neunzehnhundert“

Diese Sammlung von Schriften mit autobiographischem Hintergrund entstand nicht allein 1932, sondern zog sich über die 1930er Jahre hinweg. Veröffentlicht wurde sie sie erstmals sogar erst 1950, ein Jahrzehnt nach Benjamins Tod. Bei dem Werk handelt es sich nicht um eine einzige Geschichte; vielmehr schildert Walter Benjamin hier verschiedene Episoden aus seiner Kindheit in Berlin und benutzt dabei variierende sprachliche Mittel und Bilder, um die Erzählungen so anschaulich wie möglich zu machen – was ihm wunderbar gelingt.

  •      1936: „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“

Dieser Aufsatz hat mit seiner Kernthese für Aufmerksamkeit gesorgt. Geschrieben hat Walter Benjamin diesen Text in seinem französischen Exil nach seiner Flucht aus Deutschland. Veröffentlicht wurde dieser Artikel in der „Zeitschrift für Sozialforschung“. Grundsätzlich beschreibt er hier die These, dass Kunst einem stetigen Wandel unterliegt, weil sie immer wieder reproduziert werden kann und dadurch eine veränderte Wirkung und Wahrnehmung mit sich bringt. Er kritisiert, dass Kunst damit ihre Aura verliere. Der Aufsatz beginnt mit der künstlerischen Reproduktion von Kunst in der Antike und greift chronologisch die einzelnen Erfindungen wie Holzschnitt, Buchdruck, etc. auf, bis hin zur Gegenwart.